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In der Eiszeit

  • vor 1 Tag
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Elektroantrieb und Allradantrieb – passt ganz sicher zusammen


Holiday on Ice? Von wegen Holiday, hier geht’s zur Sache. Vor dem Ford Transit E-Custom türmt sich ein wahrer Eisberg auf. Nicht sehr lang, aber sehr glatt. Blankpoliert von vielen Anfahrversuchen und zu Fuß kaum bezwingbar. Vielleicht mit einem Transporter?


Grauer Ford-Bus vor schneebedeckten Bergen, Mann in roter Jacke lehnt an der Tür. Winterliche Szenerie, Kennzeichen K-QF 1752E.

Der E-Transit Custom mit Heckantrieb und ordentlich Gewicht auf der Hinterachse scheitert auf halber Strecke. Anfahren? Keine Chance. Die Fuhre rutscht wieder hinunter. Anders der neue Ford E-Transit Custom AWD, also mit Allradantrieb: Je nach gewählter Dynamikregelung zieht er mit reichlich Dampf und heftig arbeitenden Systemen hinauf. Oder im „Slippery“-Modus mit zurückgenommener Leistung und feinfühliger Regelung geradezu elegant und souverän. Das ist ganz große Kunst der Technik. Und Entspannung am Steuer.


Wechsel auf einen Handlingkurs. Eis und Schnee, tagsüber im Sonnenschein angetaut, nachts erneut gefroren. War’s nicht der legendäre Rallyefahrer Walter Röhrl, der sinngemäß sagte, man könne auf Eis rasant fahren, wenn’s nur geradeaus geht? Geht’s hier aber nicht. Linkskurve, Rechtskurve, mal scharf und mal weit, zwischendrin eine Gerade und ein Slalomparcours. Je nach Aktivierung oder Deaktivierung der Regelsysteme wechselt der Transporter zwischen Drift und hoher Spurstabilität. Bis der übermütige Tritt aufs Fahrpedal die Kombination aus gewichtigem Transporter und Grip der Reifen an die Grenzen der Physik bringt. Kurvige Eisbahnen sind zwar selbst im Winter eine Rarität, aber es gibt mit Nässe und Schlamm oder Sand genug üble Alternativen im realen Fahrbetrieb. Und auf Eis lassen sich heikle Situationen eben prima nachstellen.


Offener Lieferwagen mit Holzbox, gesichert mit orangen Gurten. Umgebung schneebedeckt, mit Bäumen im Hintergrund.

Raus auf die Straße mit dem Ford. Es gibt, so die Entwickler, keine starre Regel, nach der sich der Ford E-Transit Custom AWD verhält – der Fahrer fährt, der Ford denkt und regelt nach Bedarf. Links trockene Fahrbahn, rechts Schotter? Der Ford zieht ebenso schnurgeradeaus wie bei der Kombination von Asphalt und Schnee. Selbst bei kräftigem Druck aufs Fahrpedal gibt’s kein Zucken und keinerlei Korrekturen am Lenkrad. Etwas Leistung weg hier, etwas Leistung drauf dort, ab geht’s. Das ist Sicherheit, wenn’s drumherum ungemütlich wird.


Elektroantrieb muss bald sein, Allradantrieb darf gerne sein, speziell im professionellen Einsatz. Also kombiniert Ford beides. Das kann noch längst nicht jeder, da lohnt sich ein Blick auf die Technik. Hinten kommt die bekannte E-Maschine des Ford Transit E-Custom zum Einsatz, wahlweise mit einer Leistung von 100 kW/136 PS, 160 kW/218 PS oder bei manchen Varianten sogar 210 kW/286 PS. Ungewöhnlich: Das Drehmoment beläuft sich jeweils auf 415 Nm.


Vorne ackert beim Allradler eine weitere E-Maschine, jeweils mit gleicher Potenz. An der Systemleistung ändert sich dadurch nichts, denn wenn je nach Grip die Leistung an einer Achse zulegt, wird sie an der Gegenseite reduziert. Das gemeinsame Drehmoment wächst jedoch auf enorme 630 Nm. Ein Zugkraft-Gipfel hoch wie der Montblanc, in dessen Nähe die ersten Testfahrten ablaufen. Im gleichen Zug legt ebenfalls die maximale Rekuperation um bis zu 50 % zu. Das spart Strom, ebenso die serienmäßige Wärmepumpe für die Klimatisierung. Auch die jüngste Erhöhung der nutzbaren Batteriekapazität von 64 auf 70 kWh ist bei anspruchsvollen Einsätzen von Wert.


Ebenso die Regelsysteme. Zwar sind die beiden E-Motoren nur virtuell miteinander verbunden, aber rasante Regelsysteme reagieren im Abstand von lediglich 50 Millisekunden auf etwaige Traktionsprobleme einzelner Räder. 50 Millisekunden, das sind 50 tausendstel Sekunden oder ein halber Wimpernschlag. Im Ergebnis arbeitet der Allradantrieb geradezu faszinierend spurstabil und unmerklich.


Durchsichtige Auto-Illustration zeigt blau hervorgehobenes Batteriepack und Motoren in Lila. Technikdetails in 3D-Ansicht.

Aufgrund des zweiten Motors beläuft sich das Mehrgewicht des Allradantriebs auf rund 170 kg. Entsprechend beläuft sich die Nutzlast des 3,2-Tonners auf rund 850 kg, das sollte passen. Außerdem darf der Allradler bis zu 2,3 t ziehen, Kompliment. Das Antriebspaket des Ford E-Transit Custom AWD gibt es als Kastenwagen kurz und lang, als Kastenwagen-Doka, Multicab, Kombi und ebenfalls für die Bus-Ausführung Tourneo. Der Mehrpreis im Vergleich zum Heckantrieb beläuft sich auf netto rund 7.000 Euro, bei 56.250 Euro geht es los. Beim Motor genügt für überschaubare Anforderungen im Solobetrieb die Variante mit 100 kW, die temperamentvolle Ausführung mit 160 kW ist eine feine Sache mit Blick auf anspruchsvolles Geläuf, hohe Lasten und Anhängerbetrieb. 210 kW sind purer Luxus, Ford verbindet diese Leistungsstufe mit der feschen Ausstattung namens Sport. Soll sie nur kommen, die nächste Eiszeit.

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