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Happy Birthday

  • vor 20 Stunden
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Vor zehn Jahren kamen die ersten VW Crafter der aktuellen Generation


Das Angebot an Elektro-Transportern wächst rasant, doch weiterhin greift die Mehrheit zum Verbrenner. Beim VW Crafter geht’s nicht anders, die E-Variante lässt noch mehr als ein Jahr auf sich warten. Also her zum Geburtstag mit einem TDI.


Weißer VW Lieferwagen steht vor einem Baumarkt. Im Hintergrund Regal mit gelben Säcken und Schild "WARENAUSGABE".

Vor zehn Jahren sind die ersten VW Crafter der aktuellen Generation ausgeliefert worden. Schon optisch ist er ein klassischer VW: Er sah niemals wirklich neu aus. Aber er wird vermutlich auch niemals alt aussehen.


Sein TDI tritt hier in der stärksten Ausführung auf, mit einer Leistung von 130 kW (177 PS) und 410 Nm Drehmoment. Das ist ein ordentliches Pfund und die Basis für prima Fahrleistungen – jedenfalls für einen Diesel, denn Transporter mit kräftigen E-Motoren schnellen müheloser aus dem Stand davon, bis sie abriegeln, weil ihnen die Puste ausgeht und auch der Strom. Der Crafter aber zieht durch, läuft laut Papieren 165 Sachen, der Testwagen machte sogar erst bei Tacho 174 halt, das entspricht knapp über 170 km/h. Gab’s in grauer Vorzeit nicht mal den Begriff des Eiltransporters? Hier ist er, und macht im Fahrerhaus trotz des Diesels nicht mal über Gebühr Lärm. Der TDI lässt sich markentypisch vergleichsweise hoch drehen, schwächelt indes bei sehr niedrigen Touren, dann rappelt’s in der Kiste und der VW zeigt ein gewisses Missbehagen.


Der Verbrauch? Auf Kurzstrecken steht mitunter lediglich eine Sieben vor dem Komma, weit entfernt von einer Sünde. Im gestreckten Galopp rund 14 l/100 km – da kann Diesel tatsächlich Sünde sein. Auf der gut gewürzten Testrunde, vollbeladen durch Stadt, über Land und auf der Autobahn waren es insgesamt 9,4 l/100 km. Ein guter Wert, wenn auch nicht sensationell – belässt es VW doch bei einer für die Leistung relativ knappen Gesamtübersetzung. Das steigert die Fahrbarkeit, aber eben auch den Spritdurst auf schnellen Strecken. Auf die Reichweite hat die Angelegenheit indes nur einen überschaubaren Einfluss, denn angesichts von 75 l Tankvolumen sind bei gelassener Fahrweise allemal 700 km oder mehr drin – sündhaft gut mit Blick auf die E-Kollegen. Auf das Rühren im Getriebe könnte man dagegen verzichten, die optionale Achtgang-Automatik anstelle des etwas knochigen Sechsgang-Schaltgetriebes ist gewiss eine lohnende Investition.


Innenraum eines weißen Transporters mit drei grauen Sitzen und Lenkrad. Auf dem Beifahrersitz liegt ein Paar Arbeitshandschuhe.
Geräumig, praktisch hochwertig: das ist mal ein richtig guter Arbeitsplatz.

Ganz billig ist dieser Crafter nicht gerade. Aber dafür gibt es ebenfalls klassisch-solide VW-Qualität, zB ein geräumiges Fahrerhaus, hochwertig ausgestattet mit ansprechenden Materialien und prima verarbeitet. Mit Haltegriffen zum Ein- und Aussteigen an den richtigen Positionen, einem geradezu kuscheligen und langstreckentauglichen Sitz, reichlich Ablagen einschließlich einer großen Sitztruhe und einem Klapptisch in der Mitte – ein Transporter mit Niveau.


Dann wäre da das aktuelle konfigurierbare Kombi-Instrument mit blauen Segmenten in den Rundinstrumenten bei Anstieg von Tempo und Drehzahl, alles vor schwarzem Hintergrund. Die Ziffern vielleicht etwas klein, der Tacho reicht optimistisch bis 240 Sachen. Ein Lenkrad mit richtigen Tasten, wie es sich gehört. Plus einem großflächigen Monitor in der Mitte des Cockpits. In Optik und Bedienung eine Zwischenlösung zwischen vermurksten Bedienexperimenten und der bei den Pkw inzwischen eingeläuteten Rückkehr zu klassischen VW-Tugenden. D. h.: konfigurierbar mit Direktwahltasten, aber ohne Drehregler für die Lautstärke des Radios und die Klimatisierung, stattdessen die vermaledeiten Slider. Hinzu kommen zeitgemäße Elemente wie schlüsselloser Start und elektronische Feststellbremse.


Digitales Armaturenbrett eines Autos, zeigt 121 km/h, 2689 km Gesamtstrecke, 12,4 l/100 km. Hintergrund: SWR Aktuell, 21°C.
Blaue Stunde: vielfältig konfigurierbare Instrumente, Verbrauch nach rasanter Fahrt

Hinter der wohnlich verkleideten Trennwand erstreckt sich dank Frontantrieb und entsprechend niedrigem Boden ein weitläufiger Laderaum mit fast 2 m Stehhöhe und knapp 3,5 m Länge. Doch aufpassen, das Maximalmaß gilt nur unten im mittleren Bereich des Bodens. Ebenso simple wie zuverlässige Aufsteller der Hecktüren prägen das Bild, auch die scheunentorgroße Schiebetür und praktische Haltegriffe zum Einsteigen. Zugunsten von viel Raum im Fahrerhaus verzichtet VW auf eine Dachablage über dem Fahrerhaus, verteilt aber mehrere LED-Leuchten und verlegt die notwendigen Kabel gut geschützt.


Der Testwagen brachte 2,3 t auf die Waage, das ergibt 1.200 kg für Fahrer und Fracht. Das wäre früher durchschnittlich gewesen, in Zeiten der E-Mobilität mit gewichtigen Batterien ist es ein prima Wert. Überdies darf der Crafter 3 t ziehen, wobei das Gesamtzuggewicht auf 6 t beschränkt ist.


Das Fahrwerk lässt sich von Ballast nicht aus der Ruhe bringen, der Crafter knickt weder optisch ein noch lässt er im Verkehr nach. Er fährt sich vergleichsweise komfortabel, teilt auch leer nicht über Gebühr aus, trotz 5 bar Luft in den Hinterreifen. Mit zulässigen Achslasten von 1.800 kg vorn und deren 2.100 hinten bietet er Reserven für ungleichmäßige Lastverteilung. Nicht zuletzt überzeugt die gut abgestimmte Lenkung.



Fahrleistungen und Messwerte


Beschleunigung:

0–50 km/h 4,6 s

0 – 80 km/h 8,8 s

0 – 100 km/h 13,6 s


Elastizität:

60–80 km/h (IV/V) 3,7/5,1 s

60–100 km/h (IV/V) 7,7/10,1

80–120 km/h (VI) 13,3


Höchstgeschwindigkeit:

165 km/h


Innengeräusche:

Stand/50/100 km/h: 43/55/63 dB(A)

Höchstgeschwindigkeit: 73 dB(A)


Kraftstoffverbrauch:

Normverbrauch WLTP: 10,9–9,1 l/100 km

CO2-Emission WLTP: 285–238 g/km

Teststrecke beladen: 9,4 l/100 km

Testverbrauch min./max.: 7,2–14,2 l/100 km

Testverbrauch Adblue: nicht messbar

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