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Das wär's gewesen

Stell Dir vor, es ist IAA und alle gehen hin. Funktioniert bloß nicht in Corona-Zeiten.


VW Caddy

Die Pkw-IAA vor einem Jahr war ein Flop, weil die Autobranche vom Virus der Ängstlichkeit vor Autogegnern befallen war und in Schockstarre geriet. Jetzt heißt das Virus Covid-19, mit deutlich übleren Folgen. Prompt fiel die IAA Nutzfahrzeuge aus, auch hat sich das Tempo im Corona-Jahr spürbar verlangsamt. So manche Neuheit ist verschoben – doch an Transporter-Ereignissen fehlt es trotzdem nicht.


Siehe VW. Die IAA in Hannover wäre das ideale Heimspiel für den ersten großen Auftritt des rundum neuen Caddy Cargo gewesen. Nun muss er sich hinterrücks anschleichen. Und bringt auch jetzt als typischer VW das Zeug zu einem Hit mit. Durchzugsstarke Dieselmotoren bereits nach Euro 6d, eine neue komfortablere Hinterachse und eine feine Lenkung, da-zu ein praktisches Cockpit. Jetzt passt mit etwas Zirkelei auch eine Palette quer ins Heck, in der Langausgabe wächst die Schiebetür mit. Gut gemacht, richtig gut. Mal abgesehen von der Bedienung per Bildschirm in den gehobenen Varianten. Und die fehlende E-Ausgabe, der künftige ID Buzz Cargo soll’s richten. Ob das genügt? Auf jeden Fall: Der Caddy hätte allemal einen Tusch auf der Messe verdient.


Wer weiß, vielleicht hätte VW auch mit einer seriennahen Studie Appetit auf den T7 Multivan des kommenden Jahres gemacht, bei den VW-Nutzis haben derlei Appetithappen Tradition. Parallel zum anstehenden Modellwechsel läuft der Transporter T6.1 weiter, nun auf Wunsch angereichert mit einem Sport-Paket. Da hat man sich vielleicht vom Kooperationspartner Ford inspirieren lassen und dessen Hingucker Transit Custom Sport. Der wiederum schaut vermutlich eifersüchtig auf den Transporter Abt/VW T6.1: Vor zwei Jahren auf der IAA erstmals gezeigt, heute im Laden zu kaufen. Zwar mit sehr wenig Varianten und kleiner Batterie – aber Hauptsache Kennzeichen E.


Das trägt der größere VW Crafter schon länger, allerdings nicht hier, dem frischen 4x4 für die schweren Kaliber. VW hat ihn mit Unterstützung des österreichischen Spezialisten Oberaigner auf die Räder gestellt. Der bisherige „kleine“ 4x4 basierte auf dem Fronttriebler und T6-Technik, endete bei vier Tonnen. Jetzt geht’s richtig zur Sache: Basis Hinterradantrieb, Zwillingsbereifung, permanenter Allradantrieb mit Torsen-Differenzial zur dynamischen Verteilung der Kraft, bis zu 5,5 Tonnen Gesamtmasse. Das Mehrgewicht des 4x4 ist mit 130 Kilogramm überschaubar. Die Fahrzeughöhe bleibe unverändert, erklärt VW freudig und lobt den weiterhin niedrigen Einstieg. Das heißt ebenfalls: Die Bodenfreiheit wächst ebenfalls nicht, also eingeschränkte Geländetauglichkeit. Beim Crafter gibt es jetzt außerdem eine Fahrgestellvariante mit Flachrahmen, verbunden ganz nach Wahl mit einer Breitspur- oder Normalspur-Hinterachse. Basis ist der Bodenrahmen des Kastenwagens mit Frontantrieb. Damit sinkt die Rahmenhöhe um knapp 200 auf 570 Millimeter, eine gute Idee für großvolumige Koffer mit niedrigem Einstieg oder auch für Reisemobile. Diese und andere Branchen werden ebenfalls neugierig auf das Podestfahrgestell ohne Fahrerhaus blicken.


Das ganze Crafter-Paket vom Allrad bis zu den Fahrgestellen gibt es spiegelbildlich eben-falls als MAN TGE. Vermutlich können die Truck-Spezialisten damit sogar noch mehr anfangen, denn deren Kontakt zu Aufbauern und Spezialanbietern ist traditionell eng. Dem Crafter-Werk wird’s egal sein, ob die Transporter zwei oder drei Buchstaben tragen. Dort laufen jetzt auch die E-Varianten vom Band, die zuvor einen Umweg über Hannover machen muss-ten.


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